8.1 Der Selbsttest
Beantworten Sie jede Frage ehrlich — die Häkchen bleiben in Ihrem Browser und werden nirgendwohin übertragen.
8.2 Wie die Korrekturen gerechnet werden
Für jeden der zehn Fehler enthält das Buch eine vollständige Vorher-Nachher-Rechnung am Referenzbetrieb. Zwei Beispiele zeigen die Systematik:
Vorher: 5-Achs-BAZ, Wiederbeschaffungswert 669.000 €, steuerliche Nutzungsdauer 14 Jahre → kalkulatorische AfA 47.786 €/Jahr → 14,08 €/h bei 3.393 h.
Nachher: Technische Nutzungsdauer im Zweischichtbetrieb 13 Jahre → 51.462 €/Jahr → 15,17 €/h. Differenz: +1,08 €/h.
Im Dreischichtbetrieb verschärft sich der Fehler: Die Maschine verschleißt schneller, die technische Nutzungsdauer sinkt auf 10 Jahre → 66.900 €/Jahr → 13,15 €/h bei 5.088 h. Wer dort mit 14 Jahren rechnet, kommt auf 9,39 €/h. Differenz: +3,76 €/h oder rund 19.100 € im Jahr — pro Maschine.
Vorher: Pauschaler FGK-Zuschlag von 150 % auf den Fertigungslohn. Bei 32 €/h ergibt das für jede Stelle denselben Vollstundensatz: 32,00 + 48,00 = 80,00 €/h — für das 5-Achs-BAZ ebenso wie für den Montageplatz.
Nachher: Kostenstellenbezogene Sätze nach BAB. 5-Achs-BAZ: 46,37 MSR + 32,00 Lohn + 11,23 RGK = 89,60 €/h. Montage (kein MSR, FGK 60,8 %): 32,00 + 19,46 = 51,46 €/h.
Das BAZ war 9,60 €/h zu billig, die Montage 28,54 €/h zu teuer. Bei 2.000 BAZ-Stunden sind das 19.200 € Unterdeckung — während die Montage bei 1.500 Stunden 42.810 € überdeckt. Die Montage subventioniert die Zerspanung.
8.3 Der kumulierte Korrekturbedarf
Die Auswirkungen sind nicht additiv — manche Fehler kompensieren sich teilweise, andere verstärken sich. Die Größenordnung ist aber klar:
| # | Fehler | Differenz | Jahreswirkung |
|---|---|---|---|
| 01 | Ertragsteuern als Kosten | −4,93 €/h | −29.580 € |
| 02 | AfA auf Anschaffungskosten | bis +7,65 €/h | bis −68.850 € |
| 03 | Steuerliche Nutzungsdauer | bis +3,76 €/h | bis −19.100 € |
| 04 | Kapazität überschätzt | +10,20 €/h | −44.376 € |
| 05 | Spindel- vs. Maschinenzeit | ±5,45 €/h | ~7.000 € Fehlzuordnung |
| 06 | Werkzeug-Gießkanne | bis +18 €/h | −18.000 € |
| 07 | Pauschaler FGK-Zuschlag | +9,60 €/h | −19.200 € |
| 08 | Kalkulatorische Kosten fehlen | +15,33 €/h | −91.980 € |
| 09 | Keine Periodenabgrenzung | ±24 €/h Schwankung | nicht quantifizierbar |
| 10 | Montage ohne Ressourcensatz | −29,24 €/h | +219.300 € verlorene Aufträge |
| Σ | Gesamtpotenzial (kumuliert, nicht additiv) | 15–35 % | 125.000–375.000 € |
Ein negativer Wert bedeutet hier nicht „harmlos". Die Montage ist um 29,24 €/h zu teuer kalkuliert — Aufträge gehen deshalb an den Wettbewerb, obwohl man sie profitabel hätte fertigen können. Der Betrag von 219.300 € ist entgangener Umsatz, nicht entgangene Marge. Aber er zeigt: Zu hohe Sätze kosten genauso wie zu niedrige, nur unsichtbarer.
Wenn Sie dem Lesepfad „schneller Einstieg" folgen, geht es weiter mit Kapitel 11.4 — den Preisuntergrenzen. Damit haben Sie in etwa zwei Stunden ein belastbares Bild davon, wo Ihre Kalkulation steht. Für den vollständigen Aufbau beginnen Sie bei Kapitel 4 und rechnen den Referenzbetrieb mit Ihren eigenen Zahlen parallel nach.